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Antisemitismus. Nein Danke!

Projekt-Phase III, 2023 – 24  

Titel: Antisemitismus, Demokratie und Menschenrechte

Jung und jüdisch in Deutschland - FILM RESPEKT

„Verrückte Normalität? Jung und jüdisch in Deutschland“

RESPEKT | BR.de in Kooperation mit GIM e.V.

Antisemitismus ist nicht nur eine Bedrohung für die Opfer selbst, sondern für unsere gesamte demokratische Gesellschaft. Wir versuchen die Demokratie zu fördern, indem wir Menschen zusammenführen, zur Diskussion oder zum Dialog einladen. Wir versuchen dies möglichst breit und auf unterschiedlichen Ebenen umzusetzen.

Wie kann man Foren schaffen, in denen es Möglichkeiten gibt, dass sich Menschen begegnen? Wie kann man bewirken, dass dies längerfristig Bestand haben kann? Welches Wissen kann aus einem solchen Versuch der aktiven Begegnung gezogen werden? Können, neben den Erfahrungen für die Einzelnen, daraus Erkenntnisse für die Politik, die Wissenschaft oder auch die Gesellschaft gezogen werden?

schuelerinnenwettbewerb gegen Antisemitismus

SchülerInnenwettbewerb gegen Antisemitismus

Sehen Sie sich die Gewinner an!

escape room Antisemitismus

Escaperoom

Diese ER wurden im Rahmen des Projektes „Antisemitismus. Nein danke!“ erstellt. Design und Technik: Sabrina Schiermeier. Mitgestaltet haben Priv-Doz. Dr. Karin Schnebel, Ursula Lay und Corinna Wagner.

Webseiten-Projekt zur Aufklärung über Antisemitismus

In diesem Projekt geht es darum, dem Webseitenbesucher zu ermöglichen, sich in 10 Minuten einen Überblick über das Thema Antisemtismus zu verschaffen.

Learning apps Schulung

Hier finden Sie Learning Apps zum Thema Antisemitismus.

Aktuelle Veranstaltungen zum Thema Antisemitsmus:

Projekt-Phase III, 2023-24          

Gesellschaftswissenschaftliches Institut München für Zukunftsfragen e.V.

  • Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV)
  • Bayerischer Realschullehrerverband (BRLV)
  • Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern
  • Europäische Janusz Korczak Akademie (EJKA)
  • Friedrich Naumann-Stiftung/ Thomas-Dehler-Stiftung (TDS)
  • Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Bayern (GCJZ)
  • Griechisch-orthodoxe Metropolie von Deutschland Vikariat in Bayern
  • Hanns-Seidel-Stiftung e.V. (HSS)
  • Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern
  • Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten
  • Stiftung Bayerische EliteAkademie
  • Universität Bayern e.V.
    • Universität Passau: Lehrstuhl für politische Bildung,
    • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
    • Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Ev. Religionsunterrichts
  • Sozialministerium
  • Akademie und Institut für Politik- und Sozialwissenschaftliche Forschung (AIPSO e.V.)
  • Aussteigerhilfe Bayern e.V.
  • Deutsch-Israelische Gesellschaft Augsburg-Schwaben (DIG Augsburg-Schwaben)
  • Evangelische Stadtakademie München
  • Exit Deutschland
  • Jüdische Gemeinde Amberg
  • Katholische Erwachsenenbildung der Erzdiözese München und Freising (KEB)
  • Katholisches Bildungswerk Traunstein (KBW Traunstein)
  • Synagogenstiftung Ichenhausen

Dr. Ludwig Spaenle (Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe)

Bislang beschäftigte sich das Gesellschaftswissenschaftliche Institut München (GIM) mit seinen Projektpartnern intensiv mit den verschiedenen Arten von Antisemitismus und setzte vielfältige Aktivitäten mit unterschiedlichsten Methoden um. Dabei konnte festgestellt werden, dass Antisemitismus seine ganz eigene Geschichte hat und eine Sonderstellung im Bereich der verschiedenen Formen gruppenspezifischer Menschenfeindlichkeit einnimmt. Gleichermaßen wird Antisemitismus auch im Kontext anderer Formen von Diskriminierung und des in einer Gesellschaft vorhandenen Demokratieverständnisses gesehen. So kann eine Unterdrückung der Religionen eben auch mit einer Unterdrückung der jüdischen Gläubigen einhergehen. Repressive Staaten können Minderheiten diskriminieren. Wer aber demokratische Grundwerte verinnerlicht hat und lebt, wird sich dem Antisemitismus und allgemein jeder Form von gruppenspezifischer Menschenfeindlichkeit entgegenstellen. Es muss also darum gehen, wie Menschen Grundwerte verstehen und leben.
Daher planen der Projektträger und die Projektpartner die weitere Phase von „Antisemitismus. Nein danke!“ um diese Aspekte zu erweitern. Wir wollen den Bereich der Menschenrechte und das demokratische Grundwerteverständnis einbinden. Wir wollen diskutieren, wie wir uralten tradierten Vorbehalten begegnen können und welches Grundverständnis von Demokratie wir haben.
Wie schaffen wir es, dass Menschen zur Überzeugung gelangen, ihre Vorbehalte gegenüber Jüdinnen und Juden zu überdenken? Wie können wir Ansätze des „vernünftigen“ Denkens, um Kant zu zitieren, dann auch in tatsächliche Handlungen umwandeln? Was haben die demokratischen Werte mit unseren humanistischen Wurzeln zu tun?
Wir leben in einer Zeit, in der Demokratien im Inneren und von außen herausgefordert werden. Dies beeinflusst auch Deutschland und Bayern.
In der nächsten Projektphase wollen wir daher verstärkt die Menschen- und Freiheitsrechte in den Fokus rücken und überlegen, welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen es braucht, um Antisemitismus vorzubeugen und zu bekämpfen. Wir wollen Methoden anwenden, die Menschen anregen, Dinge zu reflektieren oder zu hinterfragen, und die sie ggf. zum Handeln bewegen.
Wir entwickeln zum Beispiel mit Jugendlichen Apps zu der Frage, wie dem Antisemitismus überzeugend begegnet werden kann und setzen diese dann in Zusammenarbeit mit Lehrkräften im Unterricht ein. Auf diese Weise kann dies nachhaltige Wirkung entfalten.
Bislang hat das Projekt Menschen vorwiegend über Podien, Veranstaltungen unterschiedlicher Art, Speakers´ Corners, einen Kongress oder einen Sammelband zum Denken angeregt.
Wir laden nun neben diesen Aktivitäten verstärkt zur Diskussion und zum Dialog ein und versuchen zusätzlich mit mehr Nachdruck diejenigen anzusprechen, die in den üblichen Bildungsangeboten nicht erreicht werden können. Verstärkt werden hierbei auch die Social Media-Kanäle genutzt. Dies zielt darauf ab, viele unterschiedliche Menschen zu erreichen, doch gleichermaßen wird beabsichtigt auch mit Diskussionen oder Symposien das Thema tiefer zu erschließen. Durch unsere zahlreichen Projektpartner können wir Synergieeffekte nutzen und Ideen kreativ weiterentwickeln.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei einem Festakt zum 90. Geburtstag von Charlotte Knobloch, der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München die Menschen in Deutschland zum Kampf für demokratische Werte aufgerufen.

„Wir müssen unsere Demokratie schützen und verteidigen, wir müssen wehrhafter werden nach außen ebenso wie nach innen, wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Demokratie und ihre Institutionen geschwächt und ausgehöhlt werden von den Feinden der Demokratie.“
„Die Stimme gegen Judenhass zu erheben, das ist eben nicht allein Sache der Jüdinnen und Juden in unserem Land. Das ist Sache aller Menschen, die hier leben. Wir alle gemeinsam müssen diesen Kampf führen“, forderte der Bundespräsident.

Zeitlicher Rahmen: 01.01.2023 – 30.06.2024

  1. Buch über Jugendliche Sichtweisen zur Demokratie – Arbeitstitel: „Jetzt rede ich: Welchen Wert hat die Demokratie für junge Menschen!“ (Karin Schnebel, Corinna Wagner, GIM).
  2. Aktivitäten zum Thema „Jetzt rede ich: Welchen Wert hat die Demokratie für junge Menschen!“: Buchvorstellungen Demokratiebuch, 10 mal (Corinna Wagner, Karin Schnebel). Eine Veranstaltung voraussichtlich in Traunstein (KWB Traunstein/GIM).
  3. 09.03.2023: Buchvorstellung „Antisemitismus – uralt und doch gefährlich!“ Evang. Stadtakademie (Dr. Matthias Pöhlmann, Priv.-Doz. Dr. Karin Schnebel, Prof. Klaus Wolf, GCJZ, GIM).
  4. 30.03.2023: Buchvorstellung „Antisemitismus – uralt und doch gefährlich!“ Evang. Stadtakademie (evtl. Dr. Axel Töllner (ELKB), Dr. Matthias Pöhlmann, Prof. Klaus Wolf, Priv.-Doz. Dr. Karin Schnebel, GIM).
  5. Mai 2023 (11.05. oder 25.05. und mglw. 19.10.2023): Veranstaltung für Fachkräfte zur Prävention. Räumlichkeiten (LT oder HSS) (Kooperation mit EJKA, Sozialministerium, HSS, RIAS), Mglw. auch am 03.03., 10.03. oder 28.04. im Landtag. Insgesamt geht es um 2 Termine.
  6. Kreativwettbewerb für Schülerinnen und Schüler (im Vorgängerprojekt begonnen) sowie Jugendorganisationen im Rahmen des Projektes „Antisemitismus. Nein Danke!“ Auswertung, Abschlussveranstaltung im Juli 2023 (Leitung: Prof. Klaus Wolf, Literaturhaus Edelstetten).
  7. Plakatserie im Innenstadtbereich an Litfaßsäulen (14 Tage, 10-12 Säulen) und U-Bahnen (einige der MultiplikatorInnen, GIM)
  8. MultiplikatorInnenausbildung „Aktiv gegen Extremismus + Antisemitismus“ und digitale Publikationsserie zu demokratischen Grundwerten (GIM, HSS).
  9. Grundschulen, Kinderbuchvorstellung der 2. Auflage, 10 mal (Karin Schnebel, GIM, KBW Traunstein)
  10. MultiplikatorInnen werden an Schulen eingesetzt (GIM, ) – v.a.:
    – Aktiv gegen Antisemitismus!
    – Länderplanspiel gegen Antisemitismus zum Thema Israel und dem Nahostkonflikt
    – Europaplanspiel zu den Themen Religion, Migration, Antisemitismus, Extremismus
    – Totalitäre „Sekten“ und rechte Esoterik als Herausforderung für die Demokratie – religiösem und weltanschaulichem Extremismus begegnen!
    – Parolen kontern
    – Gemeinsam 2.1: Frauen, Zugewanderte, Rassismus
    – Haltung in politischen Diskussionen bewahren
  11.  Apps erstellen, Qualitätskontrolle durch Projektpartner und Einsatz in Schulen (auch nach dem Projekt) zu Demokratischen Grundwerten (Deutsche, bayerische, europäische Grundwerte, Extremismus, Antisemitismus, Diskriminierung) (Michael Freund, Univ. Passau, GIM).
  12. Kurse: MultiplikatorInnen, LehrerInnen und SchülerInnen lernen Apps zu erstellen (Michael Freund, Univ. Passau, GIM), drei Online-Kurstage für SchülerInnen und 3 Kurstage für LehrerInnen).
    Bsp.: https://learningapps.org/watch?v=puqyrf13n21
    (Arbeiten von SchülerInnen). QR-Codes zu den Apps kommen auf Homepages, SM-Kanäle, Plakate, Aufkleber, etc.
  13. Ichenhausener Synagogengespräche für die Zukunft (mit Dr. Raphael Seligmann und prominenten Gästen, Literaturhaus Edelstetten, Synagogenstiftung, DIG Augsburg-Schwaben, GIM)
  14. Escape Room: Grundwerte (Technik: Sabine Schiermeier, Univ. Passau, Karin Schnebel, GIM)
  15. Europäische Grundwerte (neben Apps und Escape Room) in weiteren Formaten darstellen, bspw.:
    Podium „Welche Relevanz haben die Wurzeln unserer Kultur heute für die Demokratie?“
    Podium (BEA, GIM), 10 Kamingespräche (BEA),
    MultiplikatorInnenworkshop (Karin Schnebel, Corinna Wagner)
    Podium zum Thema Menschenrechte und Meinungsfreiheit: Frauen im Iran (Oren Osterer GIM, Shahrzad Osterer BR).
  16. Antisemitismus: „Graphic Novels“ vorstellen – 3 Veranstaltungen (GIM, Corinna Wagner)
  17. Buch von Marian Offmann vorstellen – Leben als Jude in München (GIM, Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern)
  18. Begegnungsveranstaltung am 28.04.2023 (alternativ 03.03.2023 oder 10.03.2023), Workshop und Diskussion: Demokratie und Menschenrechte im pluralistischen Deutschland (Community-Building) (Eva Haller, EJKA)
  19. Speakers‘ Corner, zweimal (Corinna Wagner, Oren Osterer, Musiker, Karin Schnebel, GIM)
  20. Podium und Expertenrunde, Antisemitismus/Menschenrechte (Dr. Philipp Hildmann, HSS, GIM) + Diskussionsrunde Antisemitismus + Salafismus (Hr. Keller, Sozialministerium, Dr. Philipp Hildmann, HSS, GIM)
  21. Digitales Lernhaus: virtuelle Lernumgebung einrichten und etablieren – Idee: interaktive Ausstellung (Werner Haußmann, Manfred Pirner (FAU/ELKB), Corinna Wagner, GIM).
  22. Verschiedene Alters- und Zielgruppen (6-30, alle Schultypen, Universitäten). Verschiedene Räume sind virtuell begehbar. Aktive Auseinandersetzung und Interaktion; Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen sollen ähnlich wie in der analogen Welt wahrgenommen werden. Die NutzerInnen sollen verschiedene jüdische Leben in den verschiedenen Räumen kennenlernen (z.B. religiöses Leben: Artefakte; historische jüdische Lebenswelten: Biografien-Archiv zur Förderung der Erinnerungskultur, Antisemitismus: interaktive Ausstellung, Workshops.
  23. Veranstaltung „Demokratie und Menschenrechtsbildung“ (FAU, BLLV)
  24. Posts auf verschiedenen Social-Media-Kanälen, die nur darauf abzielen, gegen Antisemitismus zu werben.
  25. Workshops in Schulen und Lehrerfortbildung (BLLV)
  26. Informationstag zu Israel in der Stiftung Bayerische EliteAkademie, Länderplanspiel, 2 Referenten (Dr. Thomas Wellenhofer, BEA, GIM)

Die Erkenntnisse aus den ersten beiden Projektdurchläufen haben etliche Erfahrungen gebracht. Man konnte sich gut vernetzen und diese Vernetzungen werden weiter ausgebaut und intensiviert. Alle Tätigkeiten werden auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen veröffentlicht und bewerben diese umfangreich im Vorfeld. In der Nachbearbeitung erscheinen diese neben der Homepagedarstellung wieder auf sämtlichen Social-Media-Kanälen, die wir bespielen. Hinzu kommen Filme-veröffentlichungen auf YouTube. Darüber hinaus stellen wir regelmäßig Posts gegen Antisemitismus auf alle Kanäle. Hierdurch erhalten die Tätigkeiten einen höheren Bekanntheitsgrad, was dazu führt, dass beispielsweise die MultiplikatorInnen, die wir im Rahmen des Projektes ausgebildet haben, immer häufiger auch außerhalb es Projektes gebucht werden.

Social-Media-Kanäle:
YouTube, LinkedIn, Twitter, Instagram, Facebook, Xing, TikTok und Snap Chat.

Bisherige Publikationen zum Thema:
Eine kleine Reise durch die Religionen
Antisemitismus – uralt und doch gefährlich!

Projekt-Phase II, 2022

Gesellschaftswissenschaftliches Institut München für Zukunftsfragen e.V.

  • Arbeiterwohlfahrt Bayern
  • Bayerischer Realschullehrerverband
  • Bayerischer Rundfunk
  • Bayerisches Bündnis für Toleranz
  • Caritas Landesverband Bayern
  • DAS PAPIERTHEATER
  • DITIB Jugend Bayern
  • Griechisch-orthodoxe Metropolie von Deutschland Vikariat in Bayern
  • Hanns-Seidel-Stiftung e.V.
  • IN VIA Bayern
  • Katholische Erziehergemeinschaft
  • Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern
  • Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten
  • Stiftung Bayerische EliteAkademie
  • Thomas-Dehler-Stiftung
  • Akademie und Institut für Politik- und Sozialwissenschaftliche Forschung (AIPSO e.V.)
  • Aussteigerhilfe Bayern
  • European Janusz Korczak Academy (EJKA)
  • Exit Deutschland
  • Jüdische Gemeinde Amberg
  • Stadtmuseum München
  • Synagogenstiftung Ichenhausen
  • Verein für Demokratie und Information (DEIN e.V.)

Dr. Ludwig Spaenle (Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe)

Für die zweite Phase des Antisemitismusprojektes werden neue Tendenzen einbezogen. Außerdem wird noch differenzierter auf verschiedene Formen des Antisemitismus eingegangen. Folgende Unterscheidungen werden vorgenommen:

  • sekundärer (schuldabwehrender) Antisemitismus (Post-Holocaust)
  • struktureller Antisemitismus (Codes)
  • postreligiöser Antisemitismus und
  • als „Israelkritik“ bezeichneter Antisemitismus
  • muslimisch motivierter Antisemitismus
  • religiös antijüdischer Antisemitismus
  • völkisch-rassistischer Antisemitismus
  • christlicher oder antiker Antisemitismus

Mit der Weiterentwicklung des Projekts sollen die verschiedenen Formen des Antisemitismus in den Blick genommen, aufgeklärt und mit spezifischen Methoden dagegen vorgegangen werden.

Bislang wurde die Problemlage durch Podien, Veranstaltungen unterschiedlicher Art, Speakers´ Corner, einen Kongress oder einen Sammelband aufgezeigt.

Nun sollen zusätzlich Teilbereiche vertieft aufgenommen und nachhaltig implementiert werden. Es soll keine Beliebigkeit des Projektes entstehen, sondern gezielte Aktionen, um den wieder stärker aufkommenden Vorbehalten entgegenzutreten.

Wir wollen zur Diskussion und zum Dialog einladen und versuchen zusätzlich auch diejenigen anzusprechen, die wir in den üblichen Formaten nicht erreichen können. Darüber hinaus zielen wir auf eine aktive Auseinandersetzung sowohl auf breiter als auch auf tiefer Ebene mit dem Thema ab.

    1. Aktiv gegen Antisemitismus!
    2. Meine/Deine Heimat(en) in unserem christlichen Abendland?
    3. Wie sprechen wir über Religion?
    4. Planspiel: Antisemitismus in der Europäischen Union
    5. Europaplanspiel Thema Religionspolitik
    6. Hinschauen! Solidarität mit Jüdinnen und Juden
    7. Totalitäre „Sekten“ und rechte Esoterik als Herausforderung für die Demokratie – religiösem und weltanschaulichem Extremismus begegnen!
    8. Antisemitismus: Geschichte, Gegenwart, Gegenmaßnahmen
    9. Länderplanspiel gegen Antisemitismus zum Thema Israel und dem Nahostkonflikt
  • Entwicklung von innovativen neuen Formaten gegen Antisemitismus durch die Projektgruppe der Stiftung Bayerische EliteAkademie
  • Kongress in der Hanns-Seidel-Stiftung
  • 5 Podien: Nahostkonflikt, israelbezogener Antisemitismus, Antisemitismus in der EU
  • Veranstaltung in der Synagoge Ichenhausen
  • Tüte des Friedens wird bei Veranstaltung in Ichenhausen ausgestellt
  • Vorstellung des Religionskinderbuches in der Synagoge Ichenhausen
  • Schülerwettbewerb
  • Publikation von Interviews mit Jugendlichen über Antisemitismus
  • Plakatserie im Innenstadtbereich an Litfasssäulen
  • „Pin-Ups“ (Kurzfilme von 2-3 Min.) in Zusammenarbeit mit dem BR („Respekt“)
  • Gesprächsrunden „Diskussionscorner“ auf der Straße
  • Onlinevorträge mit Diskussion
  • Digitale Veröffentlichungen
  • Januar 2022: „Pin-Ups“ (Kurzfilme 2-3 Min.) in Zusammenarbeit mit BR („Respekt“)
  • Januar 2022: Neuauflage Kinderbuch mit Antisemitismuskapitel
  • Januar bis Juli 2022: Entwicklung von innovativen neuen Formaten gegen Antisemitismus
  • Januar bis November 2022 (ohne Juli/August): Onlinevorträge 5 Podien: Nahostkonflikt, israelbezogener Antisemitismus, Antisemitismus in der EU, muslimischer Antisemitismus, Antisemitismus im Alltag
  • Februar bis November. 2022: Zehn Onlinevorträge mit Diskussion
  • März 2022: Plakatserie im Innenstadtbereich an Litfasssäulen. (Plakate sollen 14 Tage hängen und an 10-12 Säulen geklebt werden.)
  • März bis Juli 2022: Durchführung eines Schülerwettbewerbs
  • April 2022: Tüte des Friedens
  • April 2022: Veranstaltung in der Synagoge Ichenhausen
  • Mai bis September 2022: Vier Gesprächsrunden „Diskussionscorner“ auf der Straße
  • Juni 2022: Kongress in der Hanns-Seidel-Stiftung
  • Juli 2022: Zwei Begegnungsseminare zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Schülerinnen und Schülern
  • Oktober 2022: Buchvorstellung in der Synagoge Ichenhausen
  • November 2022: Veröffentlichung der Publikation von Interviews
  • Alle 2 Monate: Thematische Veröffentlichungen im Netz
  • Das ganze Jahr über: Einsatz Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in verschiedenen Organisationen, Schulen, etc.

Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu gewährleisten, sollen die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eingesetzt werden. Sie werden Workshops an verschiedenen Orten durchführen. Die entstandenen Filme und Publikationen werden in verschiedenen Internetkanälen (Website, YouTube, Social Media) publiziert und tragen zur Nachhaltigkeit bei. Insgesamt versuchen wir durch die in großen Teilen niederschwelligen Aktivitäten auf der Straße, in den Sozialen Medien, etc., Breitenwirkung zu erzielen, die nachhaltige Veränderungen mit sich bringen können. Die fachlichen und didaktisch-pädagogischen Beiträgeuf den Internetseiten des Projektträgers, der Projektpartnerinnen und Projektpartner und auf verschiedenen Kanälen im Netz veröffentlicht. Das Projekt wird weiterhin durch das ISB evaluiert.

Projekt-Phase I, 2020-21   

Gesellschaftswissenschaftliches Institut München für Zukunftsfragen e.V.

  • Bayerisches Bündnis für Toleranz – Demokratie und Menschenwürde
  • DITIB Jugend Bayern
  • Generalkonsulat des Staates Israel
  • Griechisch-orthodoxe Metropolie von Deutschland Vikariat in Bayern
  • Hanns-Seidel-Stiftung
  • IN VIA Bayern
  • Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern
  • Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten

Dr. Ludwig Spaenle (Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe)

Antisemitismus ist nicht nur eine Bedrohung für die Opfer selbst, sondern für unsere gesamte demokratische Gesellschaft. Wir versuchen die Demokratie zu fördern, indem wir Menschen zusammenführen, zur Diskussion oder zum Dialog einladen. Wir versuchen dies möglichst breit und auf unterschiedlichen Ebenen umzusetzen.

Wie kann man Foren schaffen, in denen es Möglichkeiten gibt, dass sich Menschen begegnen? Wie kann man bewirken, dass dies längerfristig Bestand haben kann? Welches Wissen kann aus einem solchen Versuch der aktiven Begegnung gezogen werden? Können, neben den Erfahrungen für die Einzelnen, daraus Erkenntnisse für die Politik, die Wissenschaft oder auch die Gesellschaft gezogen werden?

Ab November 2020:

  • Projekte auf der Straße in verschiedenen Städten mit Diskussions- und Gesprächsrunden, bspw. „Speakers‘- und Diskussionscorner“
  • Onlinevorträge mit Diskussion – bayernweit

April 2021: Kongress in Ichenhausen (Synagoge und Tagungshaus) zum Anlass 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. (Verantwortung: Priv.-Doz. Dr. Karin Schnebel, Prof. Dr. Klaus Wolf)

Mai 2021: Bürgerforum in Traunstein (Verantwortung: Ursula Lay)

Juni 2021: Bürgerforum in München (Verantwortung: Corinna Wagner)

Mai 2020-Juli 2021: Ausbildung von Multiplikatoren: Junge Menschen lernen, Kurse zum Umgang im Alltag mit Hass, Vorbehalten, Antisemitismus oder Rassismus zu erteilen. Dabei werden die Teilnehmenden an drei bis vier Tagen darin ausgebildet, Mitmach- und Kommunikationskurse zu geben, die ein Bewusstsein und ein Verständnis für die Problematik vermitteln.

Ab September 2021: Einsatz der Multiplikatoren bayernweit (an Schulen, sozialen Einrichtungen, weiteren Organisationen)

Social-Media-Publikationen unterschiedlicher Art: Interviews, kleine Publikationen, Meinungsäußerungen, Sammlung von Foto- und Filmaufnahmen zum Thema Antisemitismus, etc.

Kurzer Film über das Projekt

 Erstellung eines Sammelbands „Antisemitismus. Nein danke!“

Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu gewährleisten, werden junge Menschen in Multiplikatorenschulungen dazu befähigt, Workshops selbst durchzuführen. Diese sollen anschließend in Schulen und anderen Organisationen selbst Workshops leiten.

Durch fachliche und didaktisch-pädagogische Beiträge auf der Internetseite des GIM, durch einen Sammelband über Antisemitismus und Dokumentationen im Internet wird die Nachhaltigkeit zusätzlich gewährleistet. Das Wertebündnis wird über die Beiträge im Netz informiert, somit können die Informationen über Kanäle des Wertebündnisses weitergetragen werden.

Allenbach, Birgit; Goel, Urmila; Hummrich, Merle; Weissköppel, Cordula (Hrsg.) (2011): Jugend, Migration und Religion. Interdisziplinäre Perspektiven. Pano und Nomos, Baden-Baden und Zürich. 

Bernstein, Julia: Antisemitismus an Schulen in Deutschland. Beltz Juventa, München 2020.

Bourdieu, Pierre (1983): Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital, in: Reinhard Kreckel (Hg.): Soziale Ungleichheiten (Soziale Welt Sonderband 2), Göttingen, S. 183-198.

Brumlik, Micha: Antisemitismus. Reclam, Ditzingen 2020.

Bühl, Achim: Antisemitismus Geschichte und Strukturen von 1848 bis heute. Marixverlag Frankfurt am Main 2020.

Dewey, John (1916/1993): Demokratie und Erziehung. Eine Einleitung in die philosophische Pädagogik. Beltz. 3 Himmelmann, Gerhard (2006). Leitbild Demokratie-Erziehung, S. 116.

Gerosa, Libero; Müller, Ludger (Hrsg.) (2014), Politik ohne Religion? Laizität des Staates, Religionszugehörigkeit und Rechtsordnung, Schöningh., Paderborn.

Hellemans, Staf (2005): Die Transformation der Religion und der Grosskirchen [sic] in der zweiten Moderne aus der Sicht des religiösen Modernisierungsparadigma. In: Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte, 99/1, S. 11-35.

Himmelmann, Gerhard (2006). Leitbild Demokratie-Erziehung, Vorläufer, Begleitstudien und internationale Ansätze zum Demokratie-Lernen. Wochenschau-Verlag, S. 77f.

Horvilleur, Delphine: Überlegungen zur Frage des Antisemitismus. Hanser Berlin 2020.

Krech, Volkhard (2015): Wiederkehr der Religion? Und nach welcher Säkularisierung? Beobachtungen zur religiösen Lage im 20. Und zu Beginn des 21. Jahrhunderts. In: Lutz-Bach-mann, Matthias (Hrsg.): Postsäkularismus. Frankfurt am Main, Campus Verlag, S. 257-287.

Pollack, Detlef: Säkularisierung – ein moderner Mythos? Tübingen.

Putnam, Robert D. (1993): Making Democracy Work: Civic Traditions in Modern Italy. Princeton University Press, Princeton.

Salzborn, Samuel (2020/1): Globaler Antisemitismus. Beltz Juventa, München.

Salzborn, Samuel (2020/2): Kollektive Unschule. Hentrich & Hentrich Verlag Berlin Leipzig.

Schnebel, Karin (2017): Zur Notwendigkeit einer differenzierten Theorie des Liberalismus angesichts des migrations-bedingen Anstiegs religiöser Heterogenität. In: ARSP, 103/2017. S. 470-482.

Taylor, Charles (2009): Ein säkulares Zeitalter. Suhrkamp, Frankfurt am Main.

Wertebündnis Bayern (2016): Gesamtkonzept Initiative für Integration und Toleranz (https://www.wertebuendnis-bayern.de/projekte/integration-und-toleranz/)

Wolf, Klaus: Das Judenbild in mittelalterlichen Dramen aus Worms, Mainz und Erfurt. In: Die jüdische Gemeinde von Erfurt und die SchUM-Gemeinden. Kulturelles Erbe und Vernetzung. Hrsg.: Landeshauptstadt Erfurt und der Universität Erfurt. Erfurt 2012 (Erfurter Schriften zur jüdischen Geschichte. Band 1). S. 150–156.

Geplante Aktionsformate innerhalb des Antisemitismusprojektes, Phase III, 2023-24

Zeitlicher Rahmen: 01.01.2023 – 30.06.2024

  1. Buch über Jugendliche Sichtweisen zur Demokratie – Arbeitstitel: „Jetzt rede ich: Welchen Wert hat die Demokratie für junge Menschen!“ (Karin Schnebel, Corinna Wagner, GIM).
  2. Aktivitäten zum Thema „Jetzt rede ich: Welchen Wert hat die Demokratie für junge Menschen!“: Buchvorstellungen Demokratiebuch, 10 mal (Corinna Wagner, Karin Schnebel). Eine Veranstaltung voraussichtlich in Traunstein (KWB Traunstein/GIM).
  3. 09.03.2023: Buchvorstellung „Antisemitismus – uralt und doch gefährlich!“ Evang. Stadtakademie (Dr. Matthias Pöhlmann, Priv.-Doz. Dr. Karin Schnebel, Prof. Klaus Wolf, GCJZ, GIM).
  4. 30.03.2023: Buchvorstellung „Antisemitismus – uralt und doch gefährlich!“ Evang. Stadtakademie (evtl. Dr. Axel Töllner (ELKB), Dr. Matthias Pöhlmann, Prof. Klaus Wolf, Priv.-Doz. Dr. Karin Schnebel, GIM).
  5. Mai 2023 (11.05. oder 25.05. und mglw. 19.10.2023): Veranstaltung für Fachkräfte zur Prävention. Räumlichkeiten (LT oder HSS) (Kooperation mit EJKA, Sozialministerium, HSS, RIAS), Mglw. auch am 03.03., 10.03. oder 28.04. im Landtag. Insgesamt geht es um 2 Termine.
  6. Kreativwettbewerb für Schülerinnen und Schüler (im Vorgängerprojekt begonnen) sowie Jugendorganisationen im Rahmen des Projektes „Antisemitismus. Nein Danke!“ Auswertung, Abschlussveranstaltung im Juli 2023 (Leitung: Prof. Klaus Wolf, Literaturhaus Edelstetten).
  7. Plakatserie im Innenstadtbereich an Litfaßsäulen (14 Tage, 10-12 Säulen) und U-Bahnen (einige der MultiplikatorInnen, GIM)
  8. MultiplikatorInnenausbildung „Aktiv gegen Extremismus + Antisemitismus“ und digitale Publikationsserie zu demokratischen Grundwerten (GIM, HSS).
  9. Grundschulen, Kinderbuchvorstellung der 2. Auflage, 10 mal (Karin Schnebel, GIM, KBW Traunstein)
  10. MultiplikatorInnen werden an Schulen eingesetzt (GIM, ) – v.a.:
    – Aktiv gegen Antisemitismus!
    – Länderplanspiel gegen Antisemitismus zum Thema Israel und dem Nahostkonflikt
    – Europaplanspiel zu den Themen Religion, Migration, Antisemitismus, Extremismus
    – Totalitäre „Sekten“ und rechte Esoterik als Herausforderung für die Demokratie – religiösem und weltanschaulichem Extremismus begegnen!
    – Parolen kontern
    – Gemeinsam 2.1: Frauen, Zugewanderte, Rassismus
    – Haltung in politischen Diskussionen bewahren
  11.  Apps erstellen, Qualitätskontrolle durch Projektpartner und Einsatz in Schulen (auch nach dem Projekt) zu Demokratischen Grundwerten (Deutsche, bayerische, europäische Grundwerte, Extremismus, Antisemitismus, Diskriminierung) (Michael Freund, Univ. Passau, GIM).
  12. Kurse: MultiplikatorInnen, LehrerInnen und SchülerInnen lernen Apps zu erstellen (Michael Freund, Univ. Passau, GIM), drei Online-Kurstage für SchülerInnen und 3 Kurstage für LehrerInnen).
    Bsp.: https://learningapps.org/watch?v=puqyrf13n21
    (Arbeiten von SchülerInnen). QR-Codes zu den Apps kommen auf Homepages, SM-Kanäle, Plakate, Aufkleber, etc.
  1. Ichenhausener Synagogengespräche für die Zukunft (mit Dr. Raphael Seligmann und prominenten Gästen, Literaturhaus Edelstetten, Synagogenstiftung, DIG Augsburg-Schwaben, GIM)
  2. Escape Room: Grundwerte (Technik: Sabine Schiermeier, Univ. Passau, Karin Schnebel, GIM)
  3. Europäische Grundwerte (neben Apps und Escape Room) in weiteren Formaten darstellen, bspw.:
    Podium „Welche Relevanz haben die Wurzeln unserer Kultur heute für die Demokratie?“
    Podium (BEA, GIM), 10 Kamingespräche (BEA),
    MultiplikatorInnenworkshop (Karin Schnebel, Corinna Wagner)
    Podium zum Thema Menschenrechte und Meinungsfreiheit: Frauen im Iran (Oren Osterer GIM, Shahrzad Osterer BR).
  4. Antisemitismus: „Graphic Novels“ vorstellen – 3 Veranstaltungen (GIM, Corinna Wagner)
  5. Buch von Marian Offmann vorstellen – Leben als Jude in München (GIM, Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern)
  6. Begegnungsveranstaltung am 28.04.2023 (alternativ 03.03.2023 oder 10.03.2023), Workshop und Diskussion: Demokratie und Menschenrechte im pluralistischen Deutschland (Community-Building) (Eva Haller, EJKA)
  7. Speakers‘ Corner, zweimal (Corinna Wagner, Oren Osterer, Musiker, Karin Schnebel, GIM)
  8. Podium und Expertenrunde, Antisemitismus/Menschenrechte (Dr. Philipp Hildmann, HSS, GIM) + Diskussionsrunde Antisemitismus + Salafismus (Hr. Keller, Sozialministerium, Dr. Philipp Hildmann, HSS, GIM)
  9. Digitales Lernhaus: virtuelle Lernumgebung einrichten und etablieren – Idee: interaktive Ausstellung (Werner Haußmann, Manfred Pirner (FAU/ELKB), Corinna Wagner, GIM).
  10. Verschiedene Alters- und Zielgruppen (6-30, alle Schultypen, Universitäten). Verschiedene Räume sind virtuell begehbar. Aktive Auseinandersetzung und Interaktion; Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen sollen ähnlich wie in der analogen Welt wahrgenommen werden. Die NutzerInnen sollen verschiedene jüdische Leben in den verschiedenen Räumen kennenlernen (z.B. religiöses Leben: Artefakte; historische jüdische Lebenswelten: Biografien-Archiv zur Förderung der Erinnerungskultur, Antisemitismus: interaktive Ausstellung, Workshops.
  11. Veranstaltung „Demokratie und Menschenrechtsbildung“ (FAU, BLLV)
  12. Posts auf verschiedenen Social-Media-Kanälen, die nur darauf abzielen, gegen Antisemitismus zu werben.
  13. Workshops in Schulen und Lehrerfortbildung (BLLV)
  14. Informationstag zu Israel in der Stiftung Bayerische EliteAkademie, Länderplanspiel, 2 Referenten (Dr. Thomas Wellenhofer, BEA, GIM)

Formen des Antisemitismus

 

Diese Formen sind u.a. aus folgendem Buch: Schnebel, Karin (Hrsg.): Antisemitismus – uralt und doch gefährlich. Budrich Verlag, Ulm, erscheint im September 2021, 220 Seiten. Schnebel, Karin: Eine kleine Reise durch die Religionen. AIPSO Verlag 2020.

Antisemitismus

Def. Allg.: „Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.“ IHRA-Arbeitsdefinition (International Holocaust Remembrance Allicance)

2017 angenommen von der Bundesrepublik Deutschland in erweiterter Form:

„Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.“

Bayern: „Im Rahmen der Strategie der proaktiven Bekämpfung des Antisemitismus in der Zivilgesellschaft ist Regierungsbeauftragter Spaenle konsequent auf mehr als 100 staatliche Institutionen und Körperschaften sowie Gruppierungen und Vereine der Zivilgesellschaft zugegangen und hat sie dazu aufgerufen, sich mit der IHRA-Definition von Antisemitismus zu befassen und diese anzunehmen. Dem Aufruf von Dr. Spaenle sind über die Bayerische Staatsregierung sowie die kommunalen Spitzenverbände hinaus bisher über 70 Vereine, Parteien, Kirchen und Verbände gefolgt, und haben sich klar gegen Antisemitismus positioniert.“ Bayerische Strategie zur Bekämpfung des Antisemitismus in neuem Handbuch europaweit empfohlen – Antisemitismus Beauftragter Bayern

Anders ausgedrückt:

Jo-Achim Hamburger (Vorsitzender des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg:Ich brauche auch keine komplexen Definitionen von Antisemitismus. Wer einem Juden etwas übel nimmt, was er einem anderen durchgehen lässt, ist ein Antisemit.“ Wir brauchen den Schulterschluss (bayern.de)

Antisemitische Bemerkungen werden aus politischer Korrektheit kaschiert (Konzept der Kommunikationslatenz (Erb, Rainer; Bergmann, Werner (1991): Antisemitismus in der Bundesrepublik Deutschland. Ergebnisse der empirischen Forschung von 1946 bis 1989.)

Umgehungsmechanismen sind: Israelbezogener und sekundärer Antisemitismus

Diese Form von Antisemitismus ist ein „Antisemitismus ohne Juden“ oder vielleicht eher: „zunächst mal noch ohne Juden“. Demnach werden gesellschaftliche Entwicklungen dem bewussten, intentionalen Handeln von Menschen zugeschrieben, die im Hintergrund die „Strippen ziehen“. Diese Menschen werden als „Böse“ bezeichnet, die gegen die gute „natürlich verwurzelte Wir-Gruppe“ handelt.
Die „Guten“ sind traditionell und authentisch, die „Bösen“ modern und kommerziell. Sie handeln „global“, die Guten handeln „lokal“. Die Charaktereigenschaften auf Seite der „Bösen“ hat man früher offen den Juden zugeschrieben, aber nach dem Zweiten Weltkrieg wurde offener Antisemitismus zum Tabuthema (was offene vs. anonyme Umfragen zeigen).

Um Juden nicht zu nennen, werden jetzt Codes verwendet, z.B. „Ostküste“ (damit sind reiche amerikanische Juden gemeint), „Rothschild“, etc… „Die Erwachten“ wissen, wer gemeint ist.

Der strukturelle Antisemitismus beruht auf Verschwörungserzählungen. Bill Gates, Angela Merkel oder Christian Drosten wird zum Beispiel ein scheinbares Interesse an der Corona-Pandemie unterstellt, d.h. Personen werden zu Sündenböcken für gesellschaftliche Probleme gemacht. Im nächsten Schritt heißt es dann, dass Bill Gates „im Bunde mit dem Jüdischen sei“.

Der strukturelle Antisemitismus ebnet dem offenen Judenhass völkisch-rassistischer Art also den Weg.

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Haury, Thomas (2002): Antisemitismus von links. Kommunistische Ideologie, Nationalismus und Antizionismus in der frühen DDR. Hamburg.

Lelle, Nikolas; Balsam Johanna (2020): [tacheles] Struktureller Antisemitismus ist Antisemitismus (noch) ohne Juden. Online Amadeu Antonio Stiftung: [tacheles]: Struktureller Antisemitismus ist Antisemitismus (noch) ohne Juden – Amadeu Antonio Stiftung (amadeu-antonio-stiftung.de) (Abgerufen 02.08.2021).

Kistenmacher, Olaf (2020): Konsequent latent. Online: jungle.world – Konsequent latent (Abgerufen 02.08.2021)

Schnebel, Karin: Antisemitismus, Antizionismus und Antisemitismus der Anderen. Schnebel, Karin (Hrsg.): Antisemitismus – uralt und doch gefährlich. Budrich Verlag, Ulm, erscheint im September 2021.

Schwarz-Friesel, Monika (2019²): Judenhass 2.0. Das Chamäleon Antisemitismus im digitalen Zeitalter. In: Heilbronn, Christian; Rabinowski, Doron; Sznaider, Natan (Hrsg.): Neuer Antisemitismus. Fortsetzung einer globalen Debatte. Frankfurt/Berlin.

Thiemecke, Johanna (2021): [tacheles] Das System ist gemein – aber nicht geheim! Online Amadeu Antonio Stiftung: [tacheles]: Das System ist gemein – aber nicht geheim! – Amadeu Antonio Stiftung (amadeu-antonio-stiftung.de) (Abgerufen 02.08.2021)

„Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen“ (Zvi Rex)

Das klingt absurd, ist jedoch Realität für das Denken von vielen. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der industriellen Ermordung von Millionen Jüdinnen und Juden, wird den Juden plötzlich die Schuld für die Folgen des Holocausts zugeschrieben. Man nennt das „Täter-Opfer-Umkehr“. Warum wird das gemacht? Es ist unangenehm, an etwas schuld zu sein, zumal man sich selbst ja auch nicht als „schuldig“ betrachtet. Stattdessen wird die Schuld abgewehrt:

Das Leid der Deutschen (Kriegsbombardierungen und Vertreibung) wird gezielt thematisiert und gegen den Holocaust „aufgerechnet“. Den Juden wird die Rolle der „Störenfriede“ zugeteilt, die die Deutschen angeblich daran hindern, stolz auf die eigene Nation zu sein. Ein „Schlussstrich“ wird gefordert, d.h. es soll nicht mehr an den Holocaust und die deutsche Kriegsschuld erinnert werden. Entschädigungen an die Opfer will man nicht zahlen, stattdessen unterstellt man den Juden Geldgier und Rachsucht.
Bei den Neonazis und Rechtsextremen zeigt sich der Sekundäre Antisemitismus durch Geschichtsrevisionismus und Holocaustleugnung.

Dies gibt es jedoch auch im Linksextremismus: Dieser wendet sich den vermeintlich Schwächeren zu, in diesem Fall den Palästinensern. Die Rhetorik der antiimperialistischen Bewegungen in Europa ist länderübergreifend antisemitisch. Es fand sogar eine paramilitärische Ausbildung der Terroristen im arabischen Raum statt.

Der Antisemitismus der Mitte äußerte sich nach dem Krieg vor allem in der Forderung, Zahlungen an Israel einzustellen. Antisemitische Äußerungen in der Öffentlichkeit werden zwar vermieden, seit der Paulskirchenrede Martin Walsers 1998 aber immer salonfähiger auch in der Mitte der Gesellschaft.

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Gessler, Philipp (2006): Sekundärer Antisemitismus. Argumentationsmuster im rechtsextremistischen Antisemitismus. Online Bundeszentrale für Politische Bildung: Sekundärer Antisemitismus | bpb (Abgerufen 02.08.2021)

Koenen, Gerd (2019²): Mythen des 19., 20. und 21. Jahrhunderts. In: Heilbronn, Christian; Rabinowski, Doron; Sznaider, Natan (Hrsg.): Neuer Antisemitismus. Fortsetzung einer globalen Debatte. Frankfurt/Berlin.

Salzborn, Samuel (2018): Kollektive Unschuld. Die Abwehr der Shoah im deutschen Erinnern. Berlin/Leipzig 2018.

Salzborn, Samuel (2020): Antisemitismus gestern und heute. Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. Online: Antisemitismus gestern und heute (bayern.de). (Abgerufen am 02.08.2021)

Zentrale Bedeutung für den christlichen Antijudaismus hat der konflikthafte Ablösungsprozess
der frühen Christen vom Judentum. Der „neue Bund“, den die Christen mit Gott schlossen, schloss die Juden aus, weil sie Jesus nicht als Messias anerkannten. Die Christen gaben den Juden die Schuld an Jesu Leidensgeschichte und beschuldigten sie, Christus ermordet zu haben. Wegen dieses „Gottesmordes“ lastete aus christlicher Sicht ein Fluch auf den Juden. Die Diaspora, also die Verstreuung der Juden in fremde Länder nach ihrer Vertreibung und der Zerstörung des Tempels von Jerusalem durch die Römer, galt den Christen als Strafe Gottes ebenso wie die Verfolgung der Juden.
Als „Gottesmörder“ unterstellte man den Juden große Macht. Das Motiv, ihnen eine „Jüdische Weltverschwörung“ zu unterstellen, findet sich schon im 13. Jh., der Vorwurf des „Hostienfrevels“, d.h. dass Juden angeblich Hostien „verletzen“, entwickelte sich als Parallele zum Gottesmordvorwurf. Man beschuldigte Juden auch, Kinder zu schlachten, um deren Blut für die Pessach-Feierlichkeiten zu verwenden (Ritualmordlegende). Außerdem verband man Juden mit epidemischen Erscheinungen, und beschuldigte sie während der Pestwellen, die Brunnen vergiftet zu haben. Man warf ihnen Hexerei und Ketzerei vor und stellte sie als Teufel dar. Juden waren von vielen Tätigkeiten ausgeschlossen und mussten sich im Geldhandel betätigen. Regelmäßig wurden sie enteignet, ermordet oder vertrieben. Viele Vorurteile gegen Juden in Bezug auf Geld halten sich trotzdem bis heute. Aus der Bezeichnung Antijudaismus wurde am Ende des 19. Jahrhunderts die Bezeichnung „Antisemitismus“. Aber den Antijudaismus oder religiös-antijüdischen Antisemitismus gibt es nur noch in kleinen freikirchlichen Gemeinschaften. Die christlichen Kirchen sind hingegen Vorreiter im Engagement gegen Antisemitismus/Antijudaismus. Bedenklich ist jedoch die von Kirchen ausgeübte Israelkritik, die auch versteckter Antisemitismus birgt.

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Bergmann, Werner (2002): Geschichte des Antisemitismus. München.

Botsch, Gideon (2014): Von der Judenfeindschaft zum Antisemitismus. Ein historischer Überblick. Online Bundeszentrale für Politische Bildung: Von der Judenfeindschaft zum Antisemitismus. Ein historischer Überblick | APuZ (bpb.de) (Abgerufen am 02.08.2021)

Töllner, Axel (2021): Antijudaismus und Antisemitismus – verschiedene Begriffe, verschiedene Phänomene? Erscheint demnächst im Sammelband des Projekts „Antisemitismus. Nein Danke!“

Wolf, Klaus (2021): Vom Antijudaimus zum Antisemitismus – 2000 Jahre Judenfeindschaft im „christlichen Abendland“. Erscheint demnächst im Sammelband des Projekts „Antisemitismus. Nein Danke!“

Salzborn, Samuel (2021): Aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus und ihre Geschichte. Erscheint demnächst im Sammelband des Projekts „Antisemitismus. Nein Danke!“

Schäfer, Peter (2020): Kurze Geschichte des Antisemitismus. München.

Die einen meinen, der deutsche Journalist Wilhelm Marr brachte Ende des 19. Jh. den Antisemitismusbegriff in die Welt, doch hierzu gibt es verschiedene Quellen. Marr jedenfalls unterschied eine rassistisch motivierte Judenfeindschaft vom religiös begründeten Antijudaismus. Heute bezeichnet der Begriff Antisemitismus allgemein den Judenhass, wie auch immer er begründet sein mag.
Im Zeitalter der Aufklärung kam es infolge des Naturrechts- und säkularisierten Staatsdenkens zu Emanzipationsprozessen: Rechtliche Gleichstellung, größere politische und wirtschaftliche Freiheit für alle Bürger, Abschaffung feudaler Privilegien, Öffnung der Wirtschaftssysteme für den freien Kapitalverkehr, Gewerbefreiheit und Freizügigkeit der Arbeitskräfte. Auch die Juden waren Teil dieser Entwicklung (Judenemanzipation).
In den 1870er Jahren befand sich das Deutsche Reich in einer wirtschaftlichen Krise (Gründerkrise): Die Prozesse der Moderne und der Liberalismus wurden daraufhin in Frage gestellt. Die als krisenhaft erlebte Modernisierung wurde auf die Juden projiziert. Deren sozialer Aufstieg wurde zum Symbol der Moderne gemacht, die Rücknahme der Emanzipation als Lösung propagiert. Juden standen dabei für Kapitalismus, Sozialismus, Demokratie, Atheismus, Materialismus, Kosmopolitismus, Entsittlichung usw. (Antisemitismus als „Cultural Code“).
Der deutsche Historiker Heinrich von Treitschke erklärte die „Judenfrage“ zum nationalen Problem, Juden seien kein „unglückliches Volk“, sondern „unser Unglück“. Dies hatte eine fatale Auswirkung und machte den Antisemitismus in gutbürgerlichen Kreisen salonfähig. Antisemitismus wurde mit wissenschaftlichen „Theorien“ und historischen „Argumenten“ legitimiert, nationale mit christlichen Vorstellungen verbunden. Neben dem christlich-nationalen Antijudaismus (vorherrschend unter konservativen Protestanten und dem Adel) entstand der antichristlich-rassistische Antisemitismus (Akteure: politisch radikale Radau- und Rasseantisemiten). Wilhelm Marr (Gründung Antisemitenliga 1879) definierte in seinem sich explizit antichristlichen und wissenschaftlich verstehenden Ansatz die religiös-soziale „Judenfrage“ in eine „Rassenfrage“ um. Juden wurden dabei nicht nur niedriger auf einer Rassen-/Völkerskala platziert, sondern als gefährliche „Gegenrasse“ konstruiert (Houston Stewart Chamberlain).
Die NSDAP, zunächst nur eine von vielen rechtsextremistischen Gruppierungen, verdichtete und radikalisierte in ihrem Antisemitismus die völkisch-imperialistischen Ideen aus der Zeit von vor 1918. Juden sollten aus dem Kreis der „Volksgenossen“ ausgeschlossen und werden und Gäste unter „Fremdenrecht“ sein, die Welt wurde sozialdarwinistisch als sich im „Rassekampf“ befindend verstanden, die Juden als „Gegenrasse“ und Negativtypus zum Idealtyp der „Arier“. Liberalismus, Kapitalismus, Bolschewismus, Freimaurertum galt den Nationalsozialisten als Ausdruck des „jüdischen Geistes“, das „internationale Judentum“ im Streben nach der Weltherrschaft als treibende Kraft hinter allen Problemen, zu lösen durch einen apokalyptischer Endkampf, der die Vernichtung der Juden und die eigene Erlösung zum Ziel hatte. „Der Jude“ wurde zwischen übermächtigem Feind und „Untermensch“ imaginiert, als „Parasit“ ohne eigene produktive Fähigkeiten, der andere Völker durch Rassenmischung zerstört.

Bergmann, Werner (2002), Geschichte des Antisemitismus. München.

Omer Bartov: Der alte und der neue Antisemitismus. In: Heilbronn, Christian; Rabinowski, Doron; Sznaider, Natan (Hrsg.): Neuer Antisemitismus. Fortsetzung einer globalen Debatte. Frankfurt/Berlin.

Volkov, Shulamit (2000²): Antisemitismus als kultureller Code. München.

Dies bezeichnet verschiedene moderne Formen des Antisemitismus. Dieser Antisemitismus kann in Verbindung mit Rassismus, Sexismus oder Homophobie auftreten und ist eher versteckt. Er schenkt den Religionen, also auch dem Judentum, keine Anerkennung. Er ist eine Mischung zwischen der Hochachtung den Jüdinnen und Juden gegenüber und Verachtung. Hierzu gehört auch die Angst vor deren Macht. Diese Formen der Vorbehalte gegen Juden erscheinen auch bei QAnon oder den Querdenkern. Hier wird der Antisemitismus oft eine Ersatzreligion.

Als kognitives und emotionales Weltbild bietet der moderne Antisemitismus ein allumfassendes System von Ressentiments und (Verschwörungs-)erzählungen. Man kann zwischen Verschwörungsidealen, Verschwörungsmythen, und Verschwörungsglaube oder eben Verschwörungserzählungen unterscheiden. Viele verwenden das Wort Verschwörungstheorien, was jedoch viel zu hoch ansetzt, denn mit einer „Theorie“ hat es wenig zu tun. Das Wort „Verschwörungserzählungen“ erscheint angemessener. Wie sind die Hintergrundbedingungen des modernen Antisemitismus zu begreifen und in welchen Dimensionen äußert er sich?

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Benz, Wolfgang (2011): Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Legende von der Jüdischen Weltverschwörung. München.

Imhoff, Roland (2021): Antisemitismus, die Legende der jüdischen Weltverschwörung und die Psychologie der Verschwörungsmentalität. Noch nicht erschienen.

Juden waren in muslimischen Ländern zwar traditionell wie andere Nichtmuslime in ihren Rechten eingeschränkt. Nicht Juden ermordeten den Propheten, sondern Mohammed besiegte die jüdischen Stämme von Medina (zwischen 623 und 627 n. Chr.). Fortan und aus Wut auf die Vertreibung Mohammeds aus Mekka, blieb ein stetiger Hass auf Juden. Sie wurden in muslimischen Gesellschaften meist geduldet, blieben aber Menschen zweiter Klasse. Nach der Gründung des Staates Israel mussten sie aus allen muslimischen Staaten fliehen.

Aufgrund dieser Konflikte gibt es judenfeindliche Äußerungen im Koran. Ab dem 19. Jahrhundert sind auch Progrome gegen Juden bspw. in Palästina bekannt.

Der Beginn liberaler Ideen in die Welt des Islam (Atatürk in der Türkei, Reza Khan im Iran) wurde von vielen Islamisten bekämpft. Als Urheber des Liberalismus wurden die Juden ausgemacht. Beeinflusst vom Nationalsozialismus wurden Juden in muslimischen Staaten verstärkt unterdrückt.

Nach der Gründung des Staates Israel 1948 erklärten die arabischen Länder diesem den Krieg. Die arabische Niederlage gegen die als bisher schwach empfundenen Juden war ein Schock für die Araber. Seitdem kam es zu einem massiven Ausbruch der Vorurteile und Verschwörungserzählungen in der arabischen Welt. So kann man in der Charta der Hamas lesen, dass den Juden die Weltverschwörung unterstellt wird. Sie brächten Tod und Verderben über die Menschheit, hätten beide Weltkriege ausgelöst, Chemiewaffen und die Atombomben erfunden. Verbunden werden diese Thesen mit den medinensischen Suren des Koran.

Der Ideologie des politischen und legalistischen Islam versucht die westliche Welt und dazu gehören auch die Juden, unterlaufen oder vernichten.

Der Zionismus (=die jüdische Nationalbewegung) wird als „Speerspitze und treibende Kraft des Westens“ gesehen, der einen nicht-muslimischen Staat auf „muslimischem Land“ errichtet hat.

Das Welt- und Geschichtsbild arabischer Staaten ist von gegen Juden und Israel gerichteten Verschwörungsglaube geprägt. Die Schuldbildung ist antisemitisch, häufig wird der Holocaust geleugnet oder relativiert.

Manche muslimische Präsidenten, wie der malays. Premierminister Mahathir Mahomad erklärte auf der Islamischen Konferenz am 16.10.2003 in Malaysia, dass Juden die Welt beherrschten und dass  die Entstehung der Demokratie Schuld sei daran, dass die Muslime die industrielle Revolution verpasst hätten. Das Demokratische System hätte zudem den Islam geteilt. Er ruft zur Einheit auf und will bei der Vernichtung von Israel beginnen, da die Juden Schuld an der Demokratisierung der westlichen Welt wären. Bei dieser Konferenz waren 57 Staatschefs und 2000 Journalisten anwesend (u.a. Schnebel 2021).

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Amirpur, Katajun (2019²): Licht und Schatten. Antisemitismus im Iran. In: Heilbronn, Christian; Rabinowski, Doron; Sznaider, Natan (Hrsg.): Neuer Antisemitismus. Fortsetzung einer globalen Debatte. Frankfurt/Berlin.

Arnold, Sina (2019²): Der neue Antisemitismus der Anderen? Islam, Migration und Flucht. In: Heilbronn, Christian; Rabinowski, Doron; Sznaider, Natan (Hrsg.): Neuer Antisemitismus. Fortsetzung einer globalen Debatte. Frankfurt/Berlin.

Erscheint demnächst im Sammelband des Projekts „Antisemitismus. Nein Danke!“

Benz, Wolfgang (2011): Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Legende von der Jüdischen Weltverschwörung. München.

Grigat, Stephan (2021): Corona-Krise und Antisemitismus im Iran. Zur Persistenz antisemitischer Motive angesichts multipler Krisenerscheinungen. Erscheint demnächst im Sammelband des Projekts „Antisemitismus. Nein Danke!“

Hizarci, Dervish (2020): Antisemitismus und Muslime. Ein Drahtseilakt zwischen rassistischer Zuschreibung und falscher Toleranz. In: Benz, Wolfgang (Hrsg.) (2020): Streitfall Antisemitismus. Anspruch auf Deutungsmacht und politische Interessen. Berlin.
Jüdisches Museum Berlin (2016): Antisemitismus in der arabischen Welt – Fakten und Mythen. Vortrag mit Kommentar. Online: Antisemitismus in der arabischen Welt – Fakten und Mythen | Jüdisches Museum Berlin (jmberlin.de) (02.082021)

Kiefer, Michael (2012): Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen – Randphänomen oder Problem? Online Bundeszentrale für Politische Bildung: Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen – Randphänomen oder Problem? | bpb (02.08.2021)

Küntzel, Matthias (2019²): Von Zeesen bis Beirut. Nationalsozialismus und Antisemitismus in der arabischen Welt. In: Heilbronn, Christian; Rabinowski, Doron; Sznaider, Natan (Hrsg.): Neuer Antisemitismus. Fortsetzung einer globalen Debatte. Frankfurt/Berlin.

Ranan David (2018): Muslimischer Antisemitismus. Eine Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden in Deutschland? Bonn.

Salzborn, Samuel (2021): Aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus und ihre Geschichte.

Schnebel, Karin: Antisemitismus, Antizionismus und Antisemitismus der Anderen. Schnebel, Karin (Hrsg.): Antisemitismus – uralt und doch gefährlich. Budrich Verlag, Ulm, erscheint im September 2021.

Tagespolitisch: Massive Gewalt und offener Judenhass bei Palästina-Demos in Berlin – democ.

Als Israelkritik getarnter Antisemitismus gehört aktuell neben dem Schuldabwehrantisemitismus zu den häufigsten Formen des Antisemitismus in Deutschland. Er kommt meist von der linken politischen Seite und ist am weitesten verbreitet in Deutschland. Da die Verbreitung immer weiter steigt, sind mittlerweile auch Menschen aus der sog. “Mitte” in dieser Gruppe. Er richtet sich gegen „den kollektiven Juden“, personifiziert durch den Staat Israel. Dabei werden Israel als “Jude unter den Staaten” (Léon Poliakov) und seine jüdischen Bürger*innen ideell aus der Weltgemeinschaft der Staaten bzw. der legitimen Staatsbürger*innen kollektiv ausgesondert, angegriffen und dämonisiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Antisemitismus aus politischer Korrektheit meist kaschiert und nicht mehr offen geäußert. Statt Juden zu erwähnen, wird dies u.a. unter dem Vorwand, Kritik an der Politik Israels zu üben, getan (Umwegkommunikation). Das Wort „Israelkritik“ ist so populär, dass es sogar Eingang in Duden fand. Einen vergleichbaren Eintrag gibt es für kein anderes Land.
Von Antisemiten klassischerweise Juden zugeschriebene negative charakterliche Stereotype werden auf den Staat Israel übertragen: Israel sei böse und skrupellos, ein „blutrünstiger Kindermörder“ oder „Organräuber“. Unterstellte man in der Vergangenheit Juden geldgierig, intrigant, mächtig und manipulativ zu sein, gilt dies nun für Israel.
Wurde der Zionismus (die jüdische Nationalbewegung, die das Ziel hatte, staatlich-territoriale jüdische Selbstbestimmung zu verwirklichen) vor dem Nationalsozialismus als Nationalismus neben vielen anderen abgelehnt, wird er nun von Antizionisten als besonders perfider Nationalismus verurteilt, als prinzipiell illegitim und Bedrohung aller anderen Nationen (Israel als Bedrohung des Weltfriedens, als existentielles Problem der Menschheit, Juden als Feinde der Menschheit und Kriegstreiber). Die Idee eines jüdischen Staates wurde von NS-Ideologen als wurzelloses illegitimes „Gebilde“ beschrieben. Dieses Motiv findet sich heute sowohl bei rechts- und linksradikalen, arabisch-nationalistischen und islamistischen Gruppen. Alexander Gauland von der AfD bezeichnete Israel als „Fremdkörper“. Das erinnert an das Bild des Juden als Parasiten, der andere Völker schädigt. Die Verunglimpfung des Zionismus als „rassistisches Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ (z.B. Yavuz Özoguz auf Muslim-Markt.de) verschweigt bewusst, dass es sich bei Israel um einen politischen Zufluchtsort nach den Schrecken der Shoa handelt, ein Refugium der Juden im Land ihrer Urahnen, anerkannt von den meisten UN-Staaten. Teile der israelkritischen Linken sehen Juden in Geld und Macht verwurzelt und Israel als Kolonialmacht, die das Volk der Palästinenser unterdrücken. Israel wird zur alleinigen Ursache von Gewalt und Unfrieden im Nahen Osten stilisiert (trotz zehn Millionen Opfern von Tyrannei und Terrorismus u.a. Jesiden, Bahai, Kurden, Christen und Muslime). Doch Antiimperialismus, der zwischen Kritik an hegemonialer Politik und vorbehaltloser Parteinahme für die Opfer solcher Politik nicht unterscheiden kann, führt zu Kollaboration mit Diktatoren, völkischen Nationalisten und Antisemiten (Grigat). Israel wird dabei mit dem Anspruch von moralischer Überlegenheit entgegengetreten und vermeintlich “antifaschistischem” oder “universalistischem” Selbstverständnis.
Das kleine Israel wird außerdem zu einer großen und bösen (Über-)Macht stilisiert, die jede Gewalt als Notwehr rechtfertigt im Kampf von Gut gegen Böse.
Die Dämonisierung Israels erfolgt großteils mit dem Vorwurf des „Kindermordes“ (basierend auf dem mittelalterlichen Ritualmordvorwurf), der gegen kein anderes Land der Welt erhoben wird, in dem tragischerweise während kriegerischer Konflikte Kinder sterben (u.a in hoher Zahl während des Syrienkrieges). Israel wird dabei Vorsatz unterstellt, obwohl es große Anstrengungen unternimmt, zivile Opfer zu vermeiden und die Hamas die Zivilbevölkerung gezielt als menschliche Schutzschilder missbraucht. Auch kindliche Opfer des islamistischen Terrors werden bewusst verschwiegen.

Jüdinnen und Juden werden zudem häufig kollektiv für die Politik des Staates Israel verantwortlich gemacht, unabhängig von ihrer politischen Orientierung. Auch werden immer wieder mit Verweis auf Israel Synagogen oder jüdische Menschen u.a. in Deutschland als „Juden“ angegriffen.

Die Politik Israels wird außerdem mit der des NS-Regimes gleichgesetzt, und damit eine Täter-Opfer-Umkehr betrieben.
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Bartov, Omer: Der alte und der neue Antisemitismus. In: Heilbronn, Christian; Rabinowski, Doron; Sznaider, Natan (Hrsg.): Neuer Antisemitismus. Fortsetzung einer globalen Debatte. Frankfurt/Berlin.

Bernstein, Julia (2020): Antisemitismus an Schulen in Deutschland. Befunde – Analysen – Handlungsoptionen. Weinheim.

Feuerherdt, Alex; Markl, Florian (2018): Vereinte Nationen gegen Israel. Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert. Berlin.

Haury, Thomas (2002): Antisemitismus von links. Kommunistische Ideologie, Nationalismus und Antizionismus in der frühen DDR. Hamburg.

Kistenmacher, Olaf (2020): Konsequent latent. Online: jungle.world – Konsequent latent (Abgerufen 02.08.2021)

Lelle, Nikolas; Balsam Johanna (2020): [tacheles] Struktureller Antisemitismus ist Antisemitismus (noch) ohne Juden. Online Amadeu Antonio Stiftung: [tacheles]: Struktureller Antisemitismus ist Antisemitismus (noch) ohne Juden – Amadeu Antonio Stiftung (amadeu-antonio-stiftung.de) (Abgerufen 02.08.2021).

Poliakov, Leon (1992): Vom Antizionismus zum Antisemitismus. Freiburg.

Rensmann, Lars (2021): Israelbezogener Antisemitismus. Formen, Geschichte, empirische Befunde. Online: Israelbezogener Antisemitismus | bpb . Abgerufen am 02.08.2021

Salzborn, Samuel (2021): Aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus und ihre Geschichte. Erscheint demnächst im Sammelband des Projekts „Antisemitismus. Nein Danke!“

Simovich, Sandra; Grimmeisen, Julie (2021): Antisemitismus in Deutschland aus israelischer Perspektive. In: Schnebel, Karin (Hrsg.): Antisemitismus – uralt und doch gefährlich. Budrich Verlag, Ulm, erscheint im September 2021.

Schwarz-Friesel, Monika (2019²): Judenhass 2.0. Das Chamäleon Antisemitismus im digitalen Zeitalter. In: Heilbronn, Christian; Rabinowski, Doron; Sznaider, Natan (Hrsg.): Neuer Antisemitismus. Fortsetzung einer globalen Debatte. Frankfurt/Berlin.

Thiemecke, Johanna (2021): [tacheles] Das System ist gemein – aber nicht geheim! Online Amadeu Antonio Stiftung: [tacheles]: Das System ist gemein – aber nicht geheim! – Amadeu Antonio Stiftung (amadeu-antonio-stiftung.de) (Abgerufen 02.08.2021)

Stattgefundene Veranstaltungen:

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Presse

Zeitungsartikel das Straubinger Tagblattes zur Buchvorstellung Antisemitsmus uralt und doch gefährlich
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Angriffe beim Namen nennen

PD Dr. Karin Schnebel stellt in der Synagoge Buch über Antisemitsmus vor

Straubinger Tagblatt

Antisemitismus Nein Danke
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Antisemitismus Nein Danke

BILDUNGSPROJEKTE, DIE BAYERISCHE REALSCHULE LEHRERVERBAND (BRLV) | 07 / 2022

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Antisemitismus: Alte Ressentiments – neue Radikalität

Veranstaltung 23. Oktober 2022 in Dinkelsbühl

Medien

Preisverleihung des Kreativwettbewerbs für Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projektes „Antisemitismus. Nein danke!“

13.07.2023, Jüdisches Gymnasium München

Preisverleihung „Antisemitismus. Nein danke!“ des Wertebündnisprojektes unter der Projektträgerschaft des Gesellschaftswissenschaftlichen Institutes München im Jüdischen Gymnasium München. Wir bedanken uns bei allen, die sich dafür engagiert haben und haben uns gefreut Fr. Dr. Knobloch begrüßen zu dürfen.

Länderplanspiel gegen Antisemitismus zum Thema Israel und der Nahostkonflikt

08.07.2023, Bayrische Elite Akademie in der Alten Staatskanzlei, München

Planspielleiter: Delian Schnebel und Sofija Pavlenko

Workshop „Antisemitismus entgegnen“, Führung durch Ichenhausen und musikalische Begleitung

05.06.2023, Ehemalige Synagoge Ichenhausen

Begrüßung Prof. Dr. Klaus Wolf und Jenny Schack, Workshopleiterin Priv.-Doz. Dr. Karin Schnebel, Führung Prof. Dr. Klaus Wolf, musikalische Umrahmung  Hans Rexel und Claus Popp

Kundgebung gegen  das Roger Waters Konzert in München

21.05.2023, München

Angesichts des Konzertes des früheren Pink-Floyd-Bassisten Roger Waters. Wurde das Konzert auch in München, sowie in anderen deutschen Städten von Protesten begleitet. Das Bündnis „München ist bunt“ rief zu einer Demonstration vor Konzert beginn auf vor der Olympia-Halle. Charlotte Knobloch äußerte sich wie folgt: Trotz aller gegenteiligen Bekundungen führender deutscher Politiker habe Antisemitismus ganz offensichtlich einen Platz in diesem Land.
Den Artikel zum Nachlesen:

Transgenerationales Trauma von Jüdinnen und Juden heute.

17.05.2023, online

Priv.-Doz. Dr. Karin Schnebel im Gespräch mit @richardc.schneider (Sohn von Shoah-Überlebenden, Publizist, ehem. ARD-Korrespondent in Tel Aviv)

Antisemitismus uralt und aktuell – Wie kann Prävention gelingen?
Projekte gegen Antisemitismus kennenlernen.

11.05.2023, München, Hanns-Seidel-Stiftung

Veranstaltung des Gesellschaftlichen Institutes München e.V. in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, der Europäischen Janusz Korczak Akademie und der Hanns-Seidel-Stiftung. Es wurden 5 Antisemitismusprojekte vorgstellt.

Fachgespräch: Buchvorstellung: Antisemitismus heute – uralt und doch gefährlich

09.3.2023, Israelitische Kultusgemeinde in Straubing

Der Antisemitismusbeauftragte der evangelischen Kirche Dr. Axel Töllner, Prof. Klaus Wolf von der Uni Augsburg und Priv,-Doz. Dr. Karin Schnebel stellten das Buch “Antisemitismus. Uralt und doch gefährlich!” vor. Hierbei wurden verschiedene Antisemitismen vorgestellt und gerade auf die schwierigen, unterschwelligen und auch heiklen Bereiche diskutiert. Auch oder gerade die wachsenden Vorbehalte gegen Israel war ein wichtiges Thema.

Klar wurde, dass gegen Antisemitismus bereits in der Grundschule vorgegangen werden sollte, um längerfristig eine Änderung zu erreichen.

Antisemitismus heute –  Am Rande der Gesellschaft oder Teil unserer Mitte?  Podium mit Heidi und Felix Benneckenstein und Zertifikatsverleihung

München, 03.11.22

Mit Dr. Wellenhofer, Priv.-Doz. Dr. Karin Schnebel, Dr. Ludwig Spaenle, Max Schmidt, Heidi Benneckenstein, Felix Benneckenstein

Multiplikator*innen: Alexander Looije, Amelie Binder, Anna-Theresa Zahlten, Anya Xie, August Michalke, Benedikt Meier, Eleamalou Schnebel, Eren Oezkan, Friedrich Gronauer, Niko Mattes, Richard Tscharke, Serkan Apaydin, Seyide Hasar

Antisemitismus: Alte Ressentiments – neue Radikalität

Dinkelsbühl, 23.10.22

Mit Dr. Gerhard Gronauer, Eva Haller, Ben Salomo und  Priv.-Doz. Dr. Karin Schnebel

Multiplikatorenschulung: Aktiv gegen Antisemitismus und Extremismus

Bayrische Elite Akademie, Alten Staatskanzlei, München, 18. Juni

Länderplanspiel gegen Antisemitismus zum Thema Israel und der Nahostkonflikt

Bayrische Elite Akademie, München, 11. Juni 2022

Antisemitismus ist leider nicht Geschichte, sondern immer noch ein Problem in unserer heutigen Zeit.

Daher hat das Projektteam des 23. Jahrgangs im Rahmen seiner Projektarbeit „Antisemitismus – Nein danke! – IsraelAkademie“ zusammen mit dem Gesellschaftswissenschaftlichen Institut für Zukunftsfragen (vielen Dank an Karin Schnebel) am vergangenen Samstag das Länderplanspiel zum Nahostkonflikt organisiert.

Die Multiplikatoren und Dozenten Delian Schnebel und Moritz Leibinger zeigten am Beispiel des Konflikts, welche antisemitischen Tendenzen bei der Kritik am Staat Israel auftreten können. Die Teilnehmer hatten zudem die Möglichkeit im Rahmen einen Länderplanspiels die Komplexität und gegensätzlichen Interessen dieses Konflikts von verschiedenen Seiten zu betrachten.

Muslimisch motivierter Antisemitismus: Aktualität und Risiken

Online, 07. Juni 2022

Interessante Diskussion zum Thema “Muslimisch motivierter Antisemitismus: Aktualität und Risiken” in Kooperation mit der Thomas-Dehler-Stiftung. Professor Michael Wolffsohn mit neuen Erkenntnissen aus seiner kürzlich erschienenen “Anderen Jüdischen Weltgeschichte” im Gespräch mit Alexis Canem (Chefredakteurin “Jüdisches Europa”). Moderiert von PD Dr. Karin Schnebel.

Fachdieskussion Muslimisch motivierter Antisemitismus

Symposium: Muslimisch motivierter Antisemitismus: Religiös oder kulturell geprägt?

Hanns-Seidel-Stiftung, 24. März 2022

Kontrovers diskutiert: Muslimisch motivierter Antisemitismus beim Symposium in der Hanns-Seidel-Stiftung. Mit Priv.-Doz. Dr. habil. Karin B. Schnebel, Martin Kastler (Leiter Vorstandsbüro und Planungsstab, HSS), Alexis Canem, Dr. Michael Kiefer, Prof. Michael Wolffsohn, Fabian Schmidmeier, Dr. Juliane Wetzel, Dervis Hizarci, Dr. David Ranan und Dr. Ludwig Spaenle.

Podium: Politik und Religion – ein schwieriges Verhältnis!

Luitpoldcafé München, 17. März 2022

Zuversichtlich zeigten sich unsere prominenten Gäste Prof. Dr. h.c. mult. Annette Schavan (Bundesministerin a.D.), Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm (Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern) und Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt (Univ. Erlangen). Ein kurzweiliger Abend mit vielen Gästen im schönen Luitpoldcafé München.

„Antisemitismus. Nein Danke!“ Abschlusskongress der MultiplikatorInnenschulungen in 2021 (Projektphase 1)

Nazarethkirche, 10. März 2022

Herzlichen Glückwunsch an alle unsere neuen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Projekt „Antisemitismus. Nein Danke!“ für ihren tollen Einsatz!
Ein langer spannender Abend mit vier interessanten Workshops zu: Maßnahmen gegen Antisemitismus (Leitung Prof. Klaus Wolf), Nahostpolitik (Leitung Moritz Leibinger und Delian Schnebel), rechte Esoterik (Leitung Dr. Matthias Pöhlmann) und Argumentationstraining (Leitung Priv-Doz. Dr. Karin Schnebel).

Multiplikatoren: Astrid Wolter, Margarita Goldenberg,  Gabriela Tulschkin, Kyra Lenoudias, Apollonia Wanninger, Tabea Niethus, Felicia Ludwig, Regine Daniel, Kyra Lenoudias, Josefine Pfeiffer, Corinna Wagner, Astrid Wolter, Hannah Remmel, Karsten Schaefers, Franz Leuxner, Lara Held, Maria Lehmann, Viviane Bauer, Regine Daniel

Film

„Verrückte Normalität? Jung und jüdisch in Deutschland“

RESPEKT | BR.de in Kooperation mit GIM e.V.

ARD alpha: 28.11.2021, 19:30Uhr,

Online: https://www.br.de/extra/respekt/juedisch-jung-deutschland-100.html

RESPEKT_jung_und_juedisch

YouTube Playlist „Antisemitismus. Nein Danke!“

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Publikationen zu Antisemitismus

Antisemtismus uralt und gefährlich

Karin Schnebel (Hrsg.)

Antisemitismus – uralt und doch gefährlich!

Baltmannsweiler: Schneider-Verlag Hohengehren 2019
1. Auflage, Erscheinungsdatum: 09.2021
Seitenzahl: 199 (GIM – Band 3)
ISBN: 978-3-8340-2165-6

Eine kleine Reise durch die Religionen, 2. Auflage

PD Dr. Karin B. Schnebel

Eine kleine Reise durch die Religionen

2. Auflage: mit zusätzlichem Teil über Religion im alten Ägypten und über Antisemitismus

München: AIPSO 2022
Auflage: 2 (1. Juni 2022)
196 Seiten. 14,90 Euro
ISBN 978-3-9821-3642-4

Vortrag und Buchvorstellung von Dr. Matthias Pöhlmann

Das Kapitel “Judentum in München” in unserem Podcast zum Anhören:

Fachgespräch: Buchvorstellung: Antisemitismus heute – uralt und doch gefährlich.

DITIB Hacı Bayram Camii Pasing Moschee, 05.November 2021

Prof. Dr. Klaus Wolf (Vorsitzender der Synagogenstiftung, Universität Augsburg) im Gespräch mit Dr. Matthias Pöhlmann (Weltanschauungsbeauftragter der evang. Landeskirche Bayern) und der Herausgeberin Priv.-Doz. Dr. Karin Schnebel (Vorsitzende GIM, Universität Passau).

Buchvorstellung: Antisemitismus heute – uralt und doch gefährlich

Podium in der Synagoge Ichenhausen, 12. Oktober 2021

Mit Ulrich Fritz, Dr. Philipp Hildmann, Priv.-Doz. Dr. Karin Schnebel und Prof. Dr. Klaus Wolf.

Projektpartner Phase III

Partner Antisemitismus Nein Danke 2023

Das Projekt wird unterstützt vom Wertebündnis Bayern

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