Dr. phil. Karin B. Schnebel hat am 8. Mai 2016 an der Volkshochschule Erlangen einen Vortrag gehalten: Zwischen Anerkennung und Anpassung – eine Politik des Multikulturalismus

Die so genannte Flüchtlingskrise verändert nicht nur die Zusammensetzung der bundesdeutschen Gesellschaft, sondern auch die Diskurse über die Gesellschaft.
Während die einen auf die Lösung unserer demografischen Probleme setzen, fühlen sich die anderen bedroht:
Das Szenario wachsender Verteilungskonflikte und die mögliche Gefahr für die bestehende Rechtsordnung steht vielen vor Augen.
Auch die Zunahme der, vor allem, muslimischen Bevölkerung in der Bundesrepublik sehen viele in Verbindung mit künftigen Konflikten.
Nach der Phase der akuten Krisenbewältigung beginnt nun die Auseinandersetzung mit der Eingliederung der Bleibeberechtigten in unsere Gesellschaft.
Hier befasse ich mich mit der Frage, ob und wenn ja welchen Beitrag die Politikwissenschaft und vor allem die politische Theorie zur Analyse und womöglich sogar zur Lösung der Aufgaben leisten kann, die sich aus der Veränderung unserer Gesellschaft durch die Aufnahme so vieler Menschen mit einem anderen kulturellen und meist auch religiösen Hintergrund ergeben. Es geht mir also um mögliche Lösungsansätze für den migrationsbedingten Anstieg religiöser Heterogenität.
Welche Anforderungen sollen und können an Migrantinnen und Migranten hinsichtlich ihrer Pflichten gestellt werden?
Muss sich die Aufnahmegesellschaft selbst verändern, um die Chancen „der Neuen“, „der Fremden“ auf Dazugehörigkeit zu verbessern – und wenn ja…
– wie soll das unter der Prämisse geschehen, dass dabei die be-rechtigten Ansprüche der ansässigen Mitglieder der Gesellschaft nicht verletzt werden?
Welche Theorie kann einen zukunftsweisenden Umgang mit einer immer heterogener werdenden Gesellschaft beschreiben und eine Basis für neue Konzepte schaffen?
Hier wird die Geschichte der Einwanderung erläutert, die Bedeutung der Religion in der heutigen Gesellschaft und es werden einige Theorien vorgestellt und überlegt, wie sich die Gesellschaft verändern müsste, um eine zukunftsfähige Demokratie zu erreichen.