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Bis in die Gegenwart greifen Demonstrierende auf den Begriff „Montagsdemo“ zurück. Menschen, die diese besuchen begreifen sich als Kämpfer für eine gute Sache. Bis heute nehmen immer wieder soziale und politische Bewegungen in Ost- und Westdeutschland Bezug auf das Narrativ der Montagsdemonstrationen von 1989/90 in der DDR. Dies suggeriert Aussicht auf Erfolg und mobilisiert Anhänger. Schließlich gelang es schon einmal, unter diesem „Label“ politische Forderungen durchzusetzen. Dieser Eindruck verstärkt sich nochmals durch die Beschwörung eines emotionalen „Wir“-Gefühls durch den Ruf „Wir sind das Volk“, mit dem sich ein hoher Legitimationsgehalt verbindet. Bewusst hatten später zunächst die NPD, dann Pegida und schließlich die AfD den Ruf für ihre Zwecke gekapert. Positive Erinnerungen an die „Montagsdemonstrationen“ werden auf die Gegenwart übertragen, wobei die damalige Komplexität der Forderungen auf die heutige Problembewältigung reduziert wird. Welche Gefahren für die Demokratie gehen davon aus?

Referentin: Priv.-Doz. Dr. Karin Schnebel

Anmeldung per Email unter info@gimuenchen.de

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