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Jerusalem in Bayerisch-Schwaben? Im 19.Jahrhundert war Ichenhausen nach Fürth die zweite Stadt mit den meisten jüdischen Bürgerinnen und Bürgern im Königreich Bayern. 1820 waren sogar 46% der Einwohner in Ichenhausen Jüdinnen und Juden. Ein jüdisches Zentrum im bayerischen Schwaben. Die Jüdinnen und Juden haben sich selbstverwaltet und waren gern gesehen. Sie haben den Markt, den Handel und die Geschäfte gefördert und natürlich auch im örtlichen Fußballverein mitgespielt. Der Rabbiner von Ichenhausen galt traditionell als überregionale Lehrautorität.

Ab 1933 begann sich das vorher weitgehend wenig getrübte Verhältnis von Juden und Katholiken auf Betreiben der NSDAP zu verschlechtern. Spätestens die Novemberpogrome 1938 waren ausschlagegebend dafür, dass Jüdinnen und Juden flohen. Es kam unter der NS-Unrechtsherrschaft auch zu Deportationen in Vernichtungslagern. Nach Kriegsende blieben die Jüdinnen und Juden dann Ichenhausen fern. Die lange zweckentfremdete Synagoge wurde nicht zuletzt auf Betreiben des damaligen Bezirkstagspräsidenten Dr. Georg Simnacher ab 1985 restauriert und als interreligiöser Lernort etabliert.

Am 22.04.2021 um 18.00 Uhr wird in der ehemaligen Synagoge Ichenhausens, auch Schauplatz der Pogrome vom November 1938, der Jüdinnen und Juden gedacht, die über Jahrhunderte Ichenhausen mitgestaltet haben. Im Rahmen des Projekts „Antisemitismus. Nein Danke!“ und des Gedenkjahrs „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ wird das jüdische Leben in Deutschland und Ichenhausen thematisiert.

Beginn 18.00 Uhr

Begrüßung:              

  • Stiftungsratsvorsitzender der Synagoge Ichenhausen Prof. Dr. Klaus Wolf

Grußworte:               

  • Landrat und Staatsminister a.D. Dr. Hans Reichhart
  • Bürgermeister von Ichenhausen Robert Strobel
  • Geschäftsführerin der Stiftung Wertebündnis Bayern Dr. Andrea Taubenböck

Animationsfilm:

  • „Ichenhausen: Jerusalem in Bayerisch-Schwaben“

Ansprache:

  • Dr. Ludwig Spaenle: Antisemitismusbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung und Staatsminister a.D.

Podium:  1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland und die Rolle von Ichenhausen

Moderation:

  • PD Dr. habil. Karin B. Schnebel

Podiumsgäste:

  • Eva Haller: Präsidentin der Europäischen Janusz Korczak Akademie
  • Prof. em. Dr. Wolfgang Benz: Antisemitismusforscher, TU Berlin
  • Dr. Barbara Staudinger: Direktorin Jüdisches Museum Augsburg Schwaben
  • Dr. Ludwig Spaenle: Antisemitismusbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung

 

Dies ist eine hybride Veranstaltung ohne Publikum. Die Veranstaltung wird über Zoom übertragen.

Anmeldungen unter info@gimuenchen.de

Dies ist eine Veranstaltung im Rahmen des Wertebündnisprojektes „Antisemitismus. Nein Danke!“ unter der Projektleitung des Gesellschaftswissenschaftlichen Institutes München für Zukunftsfragen.

Ehemalige Synagoge Ichenhausen:

Synagoge Ichenhausen

Gastgeber: Synagogenstiftung Ichenhausen

https://www.ichenhausen.de/index.php?id=75,21

 

Gesellschaftswissenschaftliches Institut für Zukunftsfragen

 

Foto-Quelle: Hpschaefer www.reserv-art.de
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