Event Selbstbestimmung und Integration am 17.03.2018 in München

Eine aktuelle Pressemitteilung für den Event in 2018 wird noch bekanntgegeben.

Archiv: Pressemitteilung des Events Selbstbestimmung und Integration 2017

Neue Wege gegen Radikalismus und Extremismus

Auftaktkongress des Projektes „Selbstbestimmung und Integration“

Mit dem Projekt "Selbstbestimmung und Integration" des Gesellschaftswissenschaftlichen Instituts München wird ein Dialog über Werte zwischen zugewanderten und einheimischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ermöglicht, der dazu beitragen soll, Feindbilder zu überwinden und gegen Radikalismus und Extremismus zu immunisieren.

Wie sollen geflüchtete Menschen und Einheimische sich kennenlernen? Wie kann man Orte schaffen, in denen sich Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen miteinander austauschen können? Wie kann ein gemeinsames Miteinander in einer demokratischen Gesellschaft aussehen? Diese und andere Fragen werden auf einem Kongress in München am 18.03.2017 von Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren diskutiert. Beteiligungsmöglichkeiten gibt es in 15 Workshops aus den Bereichen Politik, Gesellschaft und Musik. Musikalischer Höhepunkt des Kongresses ist das Konzert der Kulturen (Europa, Asien und Afrika) mit den Jungen Münchner Symphonikern und AsylArt. Mit dem Kongress beginnt ein zweijähriges Projekt, welches u.a. von der Stiftung Wertebündnis Bayern unterstützt wird.

Kamal kommt mit 17 Jahren nach Deutschland. Er musste sein Heimatland Syrien wegen des Bürgerkrieges verlassen. Kamal hat viel Unsicherheit bezogen auf seine Zukunft. Kontakte zu Deutschen hat er insbesondere über die Helferkreise. Mit gleichaltrigen Deutschen hatte er bislang jedoch wenig zu tun. Kamal hat das Gefühl, dass ihm diese reserviert und distanziert gegenüberstehen.
Maximilian, 18 Jahre, ist gebürtiger Münchner. Grundsätzlich findet er es gut, dass Menschen in Not geholfen wird. Gleichzeitig merkt Maximilian, dass viele Menschen in seinem Umfeld Ängste und Vorurteile gegenüber den Zugewanderten haben. Er selbst muss sich zugestehen, dass er bislang mit gleichaltrigen Geflüchteten keinerlei Kontakt hatte. Maximilian ist sich auch unsicher, ob und wie das gehen könnte und ob die Flüchtlinge selbst zu einem Dialog bereit seien.
Wie werden sich Kamal und Maximilian weiterentwickeln? Im schlechtesten Fall wird die Unkenntnis übereinander und die Einschätzung des jeweils anderen als distanziert für die weitere Entwicklung unserer Gesellschaft ein Risiko darstellen: Unverständnis und fehlende Kontakte sind auf beiden Seiten der Nährboden für Radikalismus und Extremismus.

Hier setzt das Projekt „Selbstbestimmung und Integration“ an, indem es den Dialog zwischen jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung fördert. Das Projekt will dazu beitragen, sich gemeinsamer Werte bewusst zu werden, um bei bestehenden Werteunterschieden zusammen die Frage zu beantworten: „Wie wollen wir leben?“

Jugendliche als Teilnehmende und Multiplikatoren

Das Projekt „Selbstbestimmung und Integration“ beginnt mit dem Auftaktkongress am 18.3.2017 in der Evangelischen Stadtakademie in der Herzog-Wilhelm-Straße 24 in München.
80 junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren nehmen an Workshops zu Themen aus Politik, Gesellschaft und Musik teil. Nach dem Kongress werden interessierte Teilnehmende zu Workshop- und Projektleitern ausgebildet. Auf dem zweiten Kongress im Frühjahr 2018 werden diese dann selbst Workshops leiten und anbieten. Danach sollen diese jungen Menschen als Multiplikatoren bei sich vor Ort den Dialog zwischen Zugewanderten und Einheimischen unterstützen.

Stiftung Wertebündnis Bayern unterstützt das Projekt

Das vom Gesellschaftswissenschaftlichen Institut München initiierte Projekt wird unterstützt von der Eugen-Biser-Stiftung, der Europäischen Akademie Bayern, dem Netzwerk für politische Bildung Bayern, dem ProjectTogether und der Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung Kerstin Schreyer, die zugleich Schirmherrin ist. Darüber hinaus wirken bei dem Projekt mit: AsylArt, die Münchner Freiwilligen – Wir helfen e.V., die Diakonie Jugendhilfe Oberbayern, die Evangelische Stadtakademie, die Evangelische Familien-Bildungsstätte Elly Heuss-Knapp und die Jungen Münchner Symphoniker. Getragen wird das Projekt von der Stiftung Wertebündnis Bayern und von den Münchner Freiwilligen – Wir helfen e.V. Die Stiftung Wertebündnis Bayern hat 2016 die Initiative „Integration und Toleranz“ ins Leben gerufen. Darin heißt es:„Die Grundlage für ein gelingendes Zusammenleben ist […] ein gemeinsames Verständnis über Grundwerte des friedlichen, respektvollen, demokratischen Miteinanders. Deshalb ist es sowohl für diejenigen, die schon lange in Bayern leben, als auch für diejenigen, die neu aus anderen Ländern zu uns kommen, wichtig, einerseits Spannungen aushalten zu können, andererseits sich aber auch der eigenen Wertebasis bewusst zu sein und unser freiheitlich-demokratisches Modell des Zusammenlebens zu vertreten.“

Forschungsergebnisse als Grundlage des Projekts

Erfolgreiche Integration basiert, so Forschungsergebnisse, auf der Bereitschaft sowohl der Mehrheitsgesellschaft als auch der Minderheiten sich weiterzuentwickeln. Integration darf nicht als einseitige Anpassung von Zugewanderten gesehen werden, sondern ist ein interaktiver Prozess zwischen Zugewanderten und der Aufnahmegesellschaft. Um diesen Prozess zu ermöglichen, sind Respekt und Anerkennung für die jeweils andere Kultur grundlegend. Kanadische Integrationsforscher betonen, dass diese Anerkennung insbesondere für Minderheiten wichtig ist, die sich aufgrund der Einwanderung in ein fremdes Land in ihrer Identität ohnehin herausgefordert fühlen.

Gegenseitige Anerkennung ist letztlich die Grundlage der Demokratie, da diese Anerkennung Voraussetzung für die Entstehung sozialen Kapitals ist, wie es sich gerade in Deutschland in unzähligen Vereinen, Initiativen oder anderen Orten zivilgesellschaftlichen Engagements zeigt. Sollen Parallelgesellschaften und die damit verbundene Fragmentierung der Gesellschaft verhindert werden, müssen Gelegenheiten geschaffen werden, in denen gegenseitige Anerkennung (wieder) entstehen kann.

Schnelle Anmeldung nötig

Aufgrund einer Teilnehmerbeschränkung ist eine schnelle Anmeldung nötig. Die Anmeldung kann per Internet (http://gimuenchen.de/kongress-1/anmeldung/), per e-mail (info@gimuenchen.de) oder auch per Post (GIM, Gebelestraße 13, 81679 München) erfolgen. Auch Rückfragen können gerne gestellt werden. Genauere Informationen gibt es unter www.gimuenchen.de Hier kann man auch konkrete Informationen zu den Workshops und dem Konzert finden. Der Höhepunkt des Kongresses bildet das Konzert. Dieses ist für alle, altersunabhängig, offen und trägt den Titel: „Konzert der Kulturen - Europa, Asien, Afrika“.

Ansprechpartner

Dr. phil. habil. Karin B. Schnebel, Wissenschaftliche Leitung des Gesellschaftswissenschaftlichen Institutes für Zukunftsfragen e.V., karin.schnebel@gimuenchen.de, +49 173 698 789 7.

 

Plakat Event Selbstbestimmung und Integration